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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Landwirtschaft

Datum: 28.08.2020

Hinweise zu vorbeugende Maiszünslerbekämpfung, Winterraps (Unkäuter, Rapserdfloh, Ungräser), rechtliche Informationen zu Pflanzenschutzmitteln, Gewässerrandstreifen, Dinkel, Neuerungen bei Mindestabständen, Neue Anwendungsbestimmungen Pendimethalin und Prosulfocarb, Gewässer, Antrag Sachkunde, Pflanzenschutzgeräte

Maiszünslerbekämpfung

Vorbeugung gegen Starkbefall im nächsten Jahr

Die wichtigsten Maßnahmen im Herbst um den Befall des Maiszünslers im nächsten Jahr zu reduzieren bestehen darin, dass die Maisstoppel gemulcht und anschließend gepflügt wird. Die Raupe des Maiszünslers befindet sich im untersten Stängelabschnitt. Durch diese Maßnahmen wird die Raupe direkt zerstört oder ihr Überwinterungslager bekommt Risse, sodass Wasser und Pilze eindringen können und die Larve indirekt vernichtet wird. Die Pflugfurche sollte nach Möglichkeit noch im Herbst erfolgen. Dort wo ein Pflügen nicht möglich ist, ist die Zerkleinerung der Stoppel umso wichtiger. Das Mulchen sollte innerhalb von 3 Tagen nach der Ernte stattfinden. Dann ist der Stängel noch fest und zersplisst besser. Ein Hinauszögern führt dazu, dass die Restpflanze komplett abgerissen wird, weil die Wurzel nicht mehr hält.

Eine Reduzierung des Maiszünslers kann nur erreicht werden, wenn sich alle Landwirte beteiligen.

Winterraps

Erdfloh

Der Winterraps läuft auf und die jetzt folgenden Niederschläge lassen ihn schnell wachsen. Achten sie vor allem in der Jugendentwicklung auf Befall mit dem Erdfloh. In den frühen Entwicklungsstadien richtet er den größten Schaden an. Der Bekämpfungsrichtwert liegt beim Erdfloh, ab dem Auflaufen bis zum 2 – Blattstadium bei 10 % durch Fraß zerstörter Blattfläche oder wenn bis zum 6 – Blattstadium 50 Käfer innerhalb von 3 Wochen in der Gelbschale vorgefunden wurden. Beim Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes kann ein Insektizid wie z.B. Kaiso Sorbie, Karate Zeon oder Bulldock gespritzt werden. Generell ist der Einsatz von Insektiziden in die späten Abendstunden zu verlegen.

Kaiso Sorbie mit 0,15 kg/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: (50% 10m; ab 75% 5m).

Keine Hangneigungsauflage.



Karate Zeon mit 75 ml/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: (50% 10m; ab 75% 5m).

Keine Hangneigungsauflage.



Bulldock mit 300 ml/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: (50% 10m; ab 75% 5m)

Keine Hangneigungsauflage.



Unkrautbekämpfung

Eine feinkrümelige Bodenstruktur bei ausreichender Bodenfeuchte ist für eine gute und gleichmäßige Verteilung von Bodenherbiziden von größter Bedeutung und erhöht deren Wirksamkeit.

Bodenherbizide mit einem breiten Wirkungsspektrum sind metazachlor- oder clomazonehaltige Pflanzenschutzmittel. Da von metazachlorhaltigen Pflanzenschutzmitteln eine hohe Auswaschungsgefahr in das Grundwasser ausgeht, sollten nur Präparate mit geringer Wirkstoffmenge an Metazachlor zum Einsatz kommen. Dies ist bei Butisan Gold und Butisan Kombi der Fall. Hier liegt die ausgebrachte Wirkstoffmenge bei 500 g/ha Metazachlor bei voller Aufwandmenge von 2,5 l/ha. Die Wirkstoffmenge darf innerhalb von 3 Jahren 1000 g/ha Metazachlor nicht überschreiten.

2,5 l/ha Butisan Gold im Vorauflauf oder frühem Nachauflauf

Gewässerabstand auf Flächen ohne Hangneigung: ab 50 % Abdriftminderung 5 m

Gewässerabstand auf Flächen mit Hangneigung > 2 % : 20 m bewachsener Randstreifen (Wiese). Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren (Pflugverzicht) erfolgt.

2,5 l/ha Butisan Kombi im Vorauflauf oder frühem Nachauflauf

Gewässerabstand auf Flächen ohne Hangneigung: ab 50 % Abdriftminderung 5 m

Gewässerabstand auf Flächen mit Hangneigung > 2 % : 20 m bewachsener Randstreifen (Wiese). Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren (Pflugverzicht) erfolgt.

In Baden-Württemberg ist ein Abstand von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung einzuhalten.



Clomazonehaltige Pflanzenschutzmittel wie bspw. Colzor Trio weisen hohe Auflagen beim Einsatz im Winterraps auf. Dennoch sollte die Verwendung von clomazone-haltigen Pflanzenschutzmitteln, unter Beachtung der Auflagen, in die Überlegung mit einfließen, da von diesen keine oder nur eine sehr geringe Gefahr für das Grundwasser ausgeht.

Bei der Ausbringung Ende August bereitet das Ausbringungsverbot bei Tageshöchstemperaturen > 25 °C die meisten Probleme.

4 l/ha Colzor Trio im Vorauflauf bis spätestens 3 Tage nach Saat

Gewässerabstand auf Flächen ohne Hangneigung: ab 50 % Abdriftminderung 5 m

Gewässerabstand auf Flächen mit Hangneigung > 2 % : 10 m bewachsener Randstreifen (Wiese). Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren (Pflugverzicht) erfolgt.

Weitere Auflagen für clomazone-haltige Mittel

NT 127

Tageshöchstemperaturen > 20 °C = Anwendung zwischen 18 Uhr abends und 9 Uhr morgens

Tageshöchstemperaturen > 25 °C = keine Anwendung

Für die Vorhersage bezüglich des sachgerechten Einsatzes von clomazonehaltigen Pflanzenschutzmitteln hat der Deutsche Wetterdienst unter der Kundengruppe > Landwirtschaft > Ackerbau eine spezielle Seite für Clomazone eingerichtet. Sie können aber auch einfach in Google „Deutscher Wetterdienst Clomazone“ eingeben und „Clomazonehaltige Pflanzenschutzmittel“ anklicken. Die bereitgestellte Karte sollten sie farbig ausdrucken und als Nachweis für die Ausbringung unter Beachtung der temperaturbezogenen Anwendungsbestimmungen verwenden.

NT 145

Wasseraufwandmenge mindestens 300 l/ha.

Abdriftminderungsklasse mindestens 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche.

NT 146

Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h.

NT 149

Einen Monat lang müssen sie wöchentlich Pflanzen im Umkreis von 100 m zur Anwendungsfläche auf Aufhellungen überprüfen.

Diese Fälle sind sofort dem amtlichen Pflanzenschutzdienst und dem Zulassungsinhaber zu melden.

NT152

Bei der Behandlung ist ein flächenscharfer Anwendungsplan mitzuführen, der den Saatzeitpunkt, den

geplanten und den tatsächlichen Anwendungszeitpunkt, die Aufwandmenge, die Wassermenge und

Details zur Anwendungstechnik enthält.

NT153

Haben Nachbarn, die der Abdrift ausgesetzt sein könnten, eine Unterrichtung über die geplante

Ausbringung gefordert, sind diese spätestens einen Tag vor der Behandlung mit clomazone-haltigen

Pflanzenschutzmitteln, über die geplante Anwendung zu informieren.

NT155

Zusätzliche Abstände:

50 m zu Ortschaften, Haus- und Kleingärten, Gartenkolonien, Flächen für die Allgemeinheit wie z.B. Sportplatz, Schule, Kindergarten, Schwimmbad, Friedhof, Parks sowie Flächen mit Clomazone-sensiblen Anbaukulturen (z.B. Gemüse, Beerenobst) und Flächen, auf denen gemäß Öko-oder Diätverordnung produziert wird.

0 m bei Flächen, die mit Winterraps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben bestellt wurden, sowie bereits

abgeerntete Flächen wie z.B. Stoppelfelder.

5 m zu allen übrigen angrenzenden Flächen wie Straße, Weg, Waldrand, Grünland etc..

Mittel an Gewässer

Mittel ohne Gewässerabstandsauflagen sind bspw. Centium 36 CS mit 0,33 l/ha oder Gamit 36 AMT mit 0,33 l/ha, wobei der 5 m Abstand zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung eingehalten werden muß. Diese Mittel weisen eine deutlich geringere Breitenwirkung auf. Die Clomazone-Auflagen sind bei diesen Mitteln zu beachten. Bei Gamit 36 AMT und Centium 36 CS kann der Abstand von 50 m zu Ortschaften, Haus- und Kleingärten, Gartenkolonien, Flächen für die Allgemeinheit wie z.B. Sportplatz, Schule, Kindergarten, Schwimmbad, Friedhof, Parks sowie Flächen mit clomazone-sensiblen Anbaukulturen (z.B. Gemüse, Beerenobst) und Flächen, auf denen gemäß Öko-oder Diätverordnung produziert wird, auf 20 m reduziert werden, wenn das Mittel nicht in Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Zusatzstoffen ausgebracht wird.

Runway im Nachauflauf mit 0,2 l/ha ist ein zusätzliches Mittel am Gewässer, bei dem es nur den 5 m -Abstand zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung zu berücksichtigen gilt und das evtl. in eine Spritzfolge mit den zuvor genannten Mitteln eingebunden werden kann. Zu beachten ist allerdings, dass die darin enthaltenen Wirkstoffe Aminopyralid und Clopyralid im nächsten Kalenderjahr nicht zum Einsatz kommen dürfen. Das könnte eine Rolle bei vorzeitigem Umbruch spielen. Z.B. ist der Wirkstoff Clopyralid in den Mitteln Effigo oder Lontrel, die bspw. im Mais eingesetzt werden dürfen, enthalten. Zudem ist der Wirkstoff unter anderem auch in den Mitteln Duanti, Ariane C oder Primus Perfect vorhanden, die in Getreide eingesetzt werden dürfen.

Unter diesen Gesichtspunkten könnte eine Mischung von Runway VA (nicht verwechseln mit Runway) mit Gamit 36 AMT eine Alternative am Gewässer sein. Runway VA hat die gleichen Auflagen wie Runway, enthält aber nur den Wirkstoff Aminopyralid. Dieser ist im folgenden Kalenderjahr zwar auch nicht einsetzbar, aber er ist nur für Wiesen, Weiden und Winterraps zugelassen und dürfte aus diesem Grund im nächsten Jahr keine Rolle spielen. Runway VA könnte auch wie Runway die Wirkungslücken bei Kamille, Kornblume und Klatschmohn schließen.

Eine Mischung von Gamit 36 AMT 0,33 l / ha + Runway VA mit 0,2 l / ha im Vorauflauf wäre möglich.

Vorsicht: Bei Tankmischung von Gamit 36 AMT (clomazonehaltig) mit einem anderen Pflanzenschutzmittel muß ein Abstand von 50 m zu Ortschaften, Haus - und Kleingärten, Gartenkolonien, Flächen für die Allgemeinheit wie z.B. Sportplatz, Schule, Kindergarten, Schwimmbad, Friedhof, Parks sowie Flächen mit clomazone-sensiblen Anbaukulturen (z.B. Gemüse, Beerenobst) und Flächen, auf denen gemäß Öko-oder Diätverordnung produziert wird eingehalten werden. Der reduzierte Abstand von 20 m gilt dann nicht mehr.

Bei Runway und Runway VA sind weitere Auflagen zu beachten, wie die:

WP682-2

Einstreu, das von mit dem Mittel behandelten Flächen stammt, sowie Gülle, Jauche, Mist oder Kompost von Tieren, deren Einstreu von behandelten Flächen stammt, darf nur im eigenen Betrieb verwendet werden.

WP683-2

Gülle, Jauche, Mist oder Kompost von Tieren, deren Einstreu von mit dem Mittel behandelten Flächen stammt, darf nur auf Grünland, zu Getreide oder Mais ausgebracht werden. Bei allen anderen Kulturen sind Schädigungen nicht auszuschließen.

Bei Runway VA gilt zusätzlich die Auflage:

WP685-2

Bei vorzeitigem Umbruch sind Schäden an nachgebauten Kulturen möglich. Es können nur Getreide,

Futtergräser oder Mais nachgebaut werden.



Rapsherbizide für den Nachauflauf

Belkar bzw. Belkar Power Pack (Belkar + Synero 30 SL)

Das Herbizid ist metazachlor- und clomazonefrei und enthält die Wirkstoffe Arylex und Picloram. Beides sind Wuchsstoffe, die aus der Wirkstoffgruppe O (HRAC-Einstufung) kommen. Die Wirkungsschwerpunke liegen auf der Bekämpfung von Erdrauch, Kornblume, Besenrauke, Storchschnabel-Arten, Klatschmohn, Hirtentäschel, Klettenlabkraut und Kamillearten. Die Anwendung mit der höchsten Wirkungssicherheit findet im Splittingverfahren statt, wobei die 1. Anwendung ab dem 2-Blattstadium mit 0,25 l/ha Belkar erfolgt, wenn der gesamte Winterraps mindestens das 2-Blattstadium erreicht hat. Die 2. Anwendung erfolgt ebenfalls mit 0,25 l/ha Belkar ab dem 6 bis max. 8 – Blattstadium. Der Abstand zwischen den Anwendungen sollte mindestens 14 Tage betragen. Durch die Anwendung im Splittingverfahren soll sichergestellt werden, dass auch noch später auflaufende Unkräuter bekämpft werden. Bei Zugabe von 0,25 l/ha Synero 30 SL (Wirkstoff: Aminopyralid) bei der 1. Anwendung wird die Wirkung gegen Kornblume, Kamille und Mohn verstärkt.

Beim Einsatz von Belkar bzw. dem Belkar Power Pack ist zusätzlich zu beachten:

Kein Einsatz von metconazolhaltigen Produkten im Herbst (Efilor, Carax, Caramba).

Fungizide, Wachstumsregler und Blattdünger sind mit mindestens 7 Tage Abstand durchzuführen.

Eine Mischung mit den Gräsermitteln Panarex, Gallant Super und Focus Aktiv Pack ist möglich.

Eine Mischung mit Insektiziden und Bordünger ist möglich.

Auflagen zu Gewässer:

Gewässerabstand auf Flächen ohne Hangneigung: ab 90 % Abdriftminderung 5 m

Gewässerabstand auf Flächen mit Hangneigung > 2 % : 20 m bewachsener Randstreifen (Wiese). Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren (Pflugverzicht) erfolgt.

Empfehlung: Vorlage mit dem Belkar Power Pack (0,25 l/ha + 0,25 l/ha) im 2-4 Blattstadium des Rapses gefolgt von einer Nachlage mit 0,25 l/ha Belkar im 6-8 Blattstadium des Rapses in einem Abstand von mindestens 14 Tagen.

Neu ist, dass seit dem 19.08.2020,  zum 2. Splittingtermin, Belkar mit

Tilmor 0,75 – 1,0 l/ha oder

Toprex 0,35 – 0,5 l/ha oder

Folicur 0,5 – 0,75 l/ha

gemischt werden kann. Das war vorher nicht möglich.

Um Erfahrungen mit einer neuen Bekämpfungsstrategie auf dem Betrieb zu sammeln, ist es ratsam, erst einmal einen kleinen Teil der Rapsflächen mit dem Herbizid zu behandeln.



Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung

Die Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung mit Blattherbiziden (ab 3-Blattstadium) sollte abgeschlossen sein bevor der Winterrapsbestand seine Reihen geschlossen hat. Ansonsten überdecken die Winterrapsblätter die Blätter von Ungräsern oder dem Ausfallgetreide. Zur Bekämpfung kommen bspw. Agil-S, Fusilade Max, Galant Super, in Betracht.

Agil-S mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m

Keine Hangneigungsauflage.



Fusilade Max mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Keine Hangneigungsauflage.



Gallant Super mit 0,5 l/ha

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Keine Hangneigungsauflage.

Die Auflage NG 345-3 beachten!



Bodenherbizid gegen resistenten Ackerfuchsschwanz

Sollten Gräser später noch auflaufen oder nicht getroffen worden sein oder bestehen beim Ackerfuchsschwanz bereits Resistenzen kann zur Nachbehandlung im Spätherbst / Winter das Bodenherbizid Kerb FLO eingesetzt werden. Gegen empfindliche Gräser reicht eine Aufwandmenge von 1,25 l/ha. Mit einer Aufwandmenge von 1,875 l/ha kann Kerb FLO auch gegen resistenten Ackerfuchsschwanz auf schweren Böden eingesetzt werden.

Der Boden sollte hierzu feucht und die Tageshöchsttemperaturen über einen längeren Zeitraum unter 10 °C sein. Da dies spät im Jahr der Fall ist, muss in aller Regel eine Vorbehandlung gegen Ausfallgetreide und Ackerfuchsschwanz mit Blattherbiziden erfolgt sein, damit sich der Winterraps optimal entfalten kann und nicht unter dem Konkurrenzdruck durch die aufgelaufenen Gräser leidet.



Neue Anwendungsbestimmungen im Gesundheitsschutz

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln künftig bestimmte Vorschriften zum Gesundheitsschutz von Anwendern, Arbeitern und unbeteiligten Dritten (Anwohner, Umstehende und Verbraucher) als Anwendungsbestimmungen festsetzen. Es geht um Sicherheitsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Exposition des betroffenen Personenkreises zu reduzieren. Bisher hat das BVL entsprechende Kennzeichnungsauflagen erteilt. Die neue Regelung wird ab sofort für neue Zulassungsbescheide angewendet. Eine rückwirkende Anpassung bestehender Zulassungen ist nicht vorgesehen.

Inhaltlich führt die Anpassung nicht zu neuen Anforderungen an Hersteller, Handel und Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Durch die Fassung als Anwendungsbestimmung hat sich allerdings der rechtliche Status geändert. Die Missachtung der Vorschriften stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden.



Neuerung bei der persönlichen Schutzausrüstung

In der Richtlinie „Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) werden Anforderungen an Arbeitskleidung für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln vorgegeben. Eine Überprüfung der Faktenlage hat ergeben, dass eine Mindeststoffdichte (Grammatur) von 245 g/m² für entsprechende Arbeitskleidung ausreichend ist. Der bisher geltende Mindestwert von 250 g/m² wird somit ab sofort leicht abgesenkt. Durch die Anpassung des Wertes der Mindeststoffdichte an einen gängigen Marktstandard für Mischgewebe wird das Angebot an Arbeitskleidung, die den Anforderungen des BVL entspricht, maßgeblich erweitert. Die Grammatur von Arbeitskleidung ist am Produkt vermerkt oder kann im (online-) Handel erfragt bzw. eingesehen werden.


 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit widerruft die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chlorthalonil zum 31. Oktober 2019.

Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

•AMISTAR Opti (Zulassungsnr. 005748-00)

•ZAKEO OPTI (005748-60)

•InnoProtect AMISTAR Opti (005748-61)

Abverkaufsfrist bis zum 30. April 2020.

Aufbrauchfrist bis zum 20. Mai 2020.

Da der Wirkstoff zur Bekämpfung von Ramularia und zur Ertragsabsicherung in der Wintergerste von Bedeutung ist, wird der letztmalige Einsatz dieses Jahr, soweit die Aufbrauchfrist eingehalten werden kann, empfohlen.

Die Fristen sind unbedingt einzuhalten.

Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt im konkreten Einzelfall mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 2. März 2020 für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Prochloraz die Spritzanwendungen an Gerste widerrufen.

Folgende Mittel sind betroffen:

Ampera, Eleando, Kantik, Mirage 45 EC

Diese Anwendungen sind ab sofort nicht mehr zulässig. Andere Anwendungen der fünf Pflanzenschutzmittel bleiben von der Entscheidung unberührt.

Der Widerruf gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

In der EU werden die Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe regelmäßig überprüft. Dabei hat die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA ein Verbraucherrisiko identifiziert: Die akute Referenzdosis (ARfD) für Prochloraz in Rinderleber kann durch die Verfütterung von Gerste überschritten werden. Deshalb wurde mit der Verordnung (EU) 2020/192 vom 12. Februar 2020 der RHG u. a. für Gerste von 1,0 mg/kg auf die Bestimmungsgrenze in Höhe von 0,03 mg/kg abgesenkt. Die Verordnung gilt ab dem 4. September 2020.

Eine Prüfung durch das BVL ergab, dass durch Spritzanwendungen von Pflanzenschutzmitteln mit Prochloraz an Gerste der neue RHG von 0,03 mg/kg nicht eingehalten werden kann. Um ein Risiko für die Verbraucher zu vermeiden, hat das BVL solche Anwendungen noch vor dem Wirksamwerden der Verordnung widerrufen.

STEWARD darf ab sofort nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen - auch Unkräuter - ausgebracht werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Zulassung des Pflanzenschutzmittels STEWARD (Zulassungsnr. 024629-00) mit dem Wirkstoff Indoxacarb hinsichtlich der Einstufung der Bienengefährdung geändert auf:

NB6611

Das Mittel wird als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Bienenschutzverordnung vom 22. Juli 1992, BGBl. I S. 1410, beachten.

Das bedeutet, dass STEWARD ab sofort nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen - auch Unkräuter - ausgebracht werden darf. Diese Auflage ist bei jeder Anwendung des Mittels zu beachten, auch bei Nutzung von Verpackungen, die diese geänderte Kennzeichnungsauflage nicht ausweisen.

Um Inkonsistenzen zur neuen Bienenkennzeichnung zu vermeiden, wurden zusätzlich bei bestimmten Obst- und Weinbauanwendungen von STEWARD Anpassungen zum Anwendungszeitpunkt vorgenommen.

Auf Basis der vorgelegten Studien ist das Mittel gemäß den Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 546/2011 vom 10. Juni 2011 als bienengefährlich einzustufen. Wiederholte Meldungen von Vergiftungsfällen von Bienen mit Beteiligung des Wirkstoffs Indoxacarb stützen die neue Einstufung.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit widerruft die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Desmedipham zum 1. Januar 2020. Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

•Betasana Trio SC (005714-00)

•InnoProtect Beta Team (005714-60)

•Betanal MAXXPRO (006852-00)

•Belvedere Extra (007166-00)

•Betanal Expert (024991-00)

•Beetup Compact SC (007461-00)

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Für alle genannten Mittel erfolgt der Widerruf auf Antrag der Zulassungsinhaber. Es gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 1. Juli 2020. Diese Frist ergibt sich aus dem Pflanzenschutzgesetz. Die Aufbrauchfrist für alle genannten Pflanzenschutzmittel endet ebenfalls am 1. Juli 2020. Sie ergibt sich aus der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1100.

Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.


Hintergrund

Die Europäische Kommission hat zusammen mit den Mitgliedstaaten entschieden, die Genehmigung für Desmedipham als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1100 wurden Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen und den Aufbrauch festgesetzt.

Mit dem Widerruf dieser Anwendungen kann die Verfütterung bereits behandelter Gerste nicht geregelt werden. Aus Verbraucherschutzgründen sollte sie ab sofort nicht verfüttert werden, da die Möglichkeit einer Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte bei Lebensmitteln tierischer Herkunft nicht ausgeschlossen werden kann. Den Zulassungsinhabern wurde daher empfohlen, die Handelskette entsprechend zu informieren.


BVL erläutert Änderungen bei den Anwendungsbestimmungen für die Pflanzenschutzmittel „Ratron Gift-Linsen“, „Ratron Gift-Linsen Forst“, „Ratron Giftweizen“, „Ratron Schermaus-Sticks“ und „ARVALIN“

In Teilen Deutschlands ist es in diesem Jahr zu einer starken Vermehrung von Feldmäusen gekommen. Solche Massenvermehrungen von Feldmäusen treten in der Regel etwa alle drei bis fünf Jahre auf. Eine milde Witterung im Winter und Frühjahr und der Verzicht auf das Pflügen begünstigen die Vermehrung der Mäuse zusätzlich. Natürliche Feinde der Feldmäuse haben auf die starken Populationsschwankungen der Mäuse nur einen geringen Einfluss.

Zur Bekämpfung von Nagetieren sind in Deutschland im Rahmen des Pflanzenschutzes lediglich Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid zugelassen. Zinkphosphidköder müssen in die Löcher der Nagetiere abgelegt oder in geeigneten Köderstationen verwendet werden.

Mit der erneuten Zulassung der betroffenen Mittel Ende 2018 wurden zusätzliche Einschränkungen der Anwendung erteilt, die eine Anwendung in Schutzgebieten und Vorkommensgebieten bestimmter geschützter Arten untersagen. Damit sind auch viele landwirtschaftlich genutzte Flächen von einer Anwendung ausgenommen. Aktuell sind besonders die frisch keimenden Winteraussaaten gefährdet (v. a. Getreide und Raps), die auch in Schutzgebieten angebaut werden. Laut Informationen der Bundesländer droht ein Verlust von bis zu 80 % der jungen Pflanzen. Des Weiteren beschädigen die Mäuse z. B. artenreiches Grünland auch in Schutzgebieten, so dass ein Rückgang der Biodiversität und der Nahrungsgrundlage seltener Tierarten droht, ebenso wie eine Futtergewinnung in betroffenen Gebieten nicht mehr möglich ist. Auch ein Schutz der Deiche und damit der Küstenschutz können durch die weitreichenden Anwendungsverbote nicht gewährleistet werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat deshalb am 6. November 2019 für fünf zugelassene Rodentizide die bisherigen Anwendungsbestimmungen konkretisiert. Das BVL kommt nach eingehender Prüfung zu dem Schluss, dass mit der Konkretisierung der Anwendungsbestimmungen das geforderte hohe Schutzniveau für die Umwelt hinlänglich gewährleistet ist. Zugleich sind diese Anpassungen notwendig, damit auch in Schutzgebieten weiterhin eine Mäusebekämpfung möglich ist.

Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Feld- und Erdmäusen:

Ratron Gift-Linsen

auch vertrieben als:

Ratron Gift-Linsen ForstRatron Giftweizen Ratron Schermaus-Sticks ARVALIN



Die angepassten Anwendungsbestimmungen sind im Folgenden dargestellt.



Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Kleinsäuger

Die zum Schutz von Kleinsäugern erteilte Anwendungsbestimmung NT820 wird durch folgende Anwendungsbestimmungen konkretisiert:

NT820-1

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten des Feldhamsters zwischen 1. März und 31. Oktober.

NT820-2

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Haselmaus in einem Umkreis von 25 m um Bäume, Gehölze oder Hecken zwischen 1. März und 31. Oktober.

NT820-3

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Birkenmaus zwischen 1. März und 31. Oktober.

Anwendungsbestimmungen für die Anwendung in Schutzgebieten

NT802-1

Vor einer Anwendung in Natura 2000 Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) ist nachweislich sicherzustellen, dass die Erhaltungsziele oder der Schutzzweck maßgeblicher Bestandteile des Gebietes nicht erheblich beeinträchtigt werden. Der Nachweis ist bei Kontrollen vorzulegen.

In der neu gefassten Anwendungsbestimmung wird der besondere Schutzstatus von FFH- und Vogelschutzgebieten hervorgehoben. Ein gesondertes Verbot der Anwendung in Naturschutzgebieten wird jedoch nicht mehr ausgesprochen. Grund hierfür ist, dass ein solches Anwendungsverbot bereits grundsätzlich für alle Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid gilt (geregelt in der Pflanzenschutzmittelanwendungsverordnung: §4 PflSchAnwV in Verbindung mit Anlage 2).

NT803-1

Keine Anwendung auf nachgewiesenen Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzugs.



Anwendungsbestimmungen bei der Verwendung von Köderstationen

Köderstationen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit so weit wie möglich vermieden wird, dass andere Tiere als die zu bekämpfenden Mäuse an die zinkphosphidhaltigen Köder gelangen. In der Anwendungsbestimmung NT680 sind diese Anforderungen beschrieben. So müssen sie mechanisch stabil, witterungsresistent und manipulationssicher sein. Sie müssen in ihrer Form derart beschaffen sein und aufgestellt werden, dass sie möglichst unzugänglich für andere Tiere sind. So darf z. B. auch die Öffnung der Station nicht größer als 6 cm im Durchmesser sein. Dadurch wird vermieden, dass der streng geschützte Feldhamster Zugang zu den Giftködern erlangt. Aufgrund dieser Vorgaben wird ein hoher Schutz nicht nur des Feldhamsters, sondern auch von z. B. Vögeln gewährleistet, so dass bei Anwendungen der Mittel in Köderstationen die Anwendungsbestimmungen NT802-1, NT820-1 und NT803-1 nicht weiter erforderlich sind.

Weitere Information zum Wirkstoff Zinkphosphid

Der Wirkstoff Zinkphosphid ist ein schnell wirkendes Akutgift, das aktiv von den Zielorganismen gefressen werden muss. Nach der Köderaufnahme erfolgt im Magen die Zersetzung des Zinkphosphids zu Phosphorwasserstoff (Phosphin). Phosphin ist ein farbloses, zytotoxisches Gas, das schwerer als Luft ist. Es ist ein starkes Stoffwechsel- und Nervengift und blockiert wichtige Enzymsysteme des Körpers. Über die zentrale Atemlähmung, Lungenödeme und Kollaps führt es zum Tod. Ein Risiko, dass Beutegreifer durch Fraß vergifteter Mäuse zu Schaden kommen, ist bei diesem Wirkstoff nicht gegeben.

Zinkphosphidhaltige Pflanzenschutzmittel haben in Deutschland seit 1971 eine Zulassung zur Bekämpfung verschiedener Mausarten. Aus zurückliegenden Jahren gibt es vereinzelt Berichte über Wildtiervergiftungen bei Haus- oder Wildtieren, die fast alle nachweislich auf unsachgemäße Ausbringung oder gar Frevel zurückzuführen waren. Bei einigen Fällen konnte kein abschließender Nachweis für Fehlanwendungen oder Frevel erbracht werden, der Verdacht liegt aber nahe. In keinem Fall konnte ein Vergiftungsfall auf eine sachgerechte Anwendung zurückgeführt werden.


 

Die LTZ hat in Zusammenarbeit mit der LUBW ein neues Merkblatt zum Gewässerrandstreifen erstellt.

 

Merkblatt "Gewässerrandstreifen in Baden-Württemberg"

Aus betriebswirtschaftlich, organisatorischen und naturschutzfachlichen Gründen bietet es sich an, dass bezüglich der Anlage und Pflege der Gewässerrandstreifen die örtlichen Behörden inklusive der Landschaftserhaltungsverbände konsultiert werden. So könnten Gewässerrandstreifen unter deren Mitwirkung zu wertvollen Bausteinen von Biotopverbundsystemen entwickelt werden und Pflegemaßnahmen überbetrieblich bzw. von einem Dienstleister übernommen werden.

Der Gewässerrandstreifen kann, solange er noch Ackerstatus besitzt, sinnvollerweise als Ersatzgrünland genutzt werden, wenn an anderer Stelle Dauergrünland in eine Ackernutzung umgewandelt werden soll. Hierzu ist das bekannte Genehmigungsverfahren erforderlich.

 


Dinkel

Die Dinkelanbaufläche beträgt in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 ha und 100.000 ha. Damit fällt Dinkel nicht mehr unter die Kleinerzeugerregelung. Ausnahmegenehmigungen nach § 22.2 sind aus diesem Grund nicht mehr möglich.

Der Widerruf bereits bestehender Ausnahmegenehmigungen ist nicht vorgesehen. Sie gelten nach jetzigem Kenntnisstand noch bis zu ihrem Ablauf. Nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen können nur noch die Mittel eingesetzt werden, die eine Dinkel- oder Weizenzulassung besitzen. Keine Winterweizenzulassung!!! Die Weizenzulassung beeinhaltet alle Triticum-Arten außer Triticale.

 

Neuerungen bei den Mindestabständen zu Anwohnern und Umstehenden bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen ab sofort neue Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten (Anwohner und Umstehende) einhalten. Die Abstände betragen bei Spritz- bzw. Sprühanwendungen zwei Meter in Flächenkulturen und fünf Meter in Raumkulturen. Die genannten Mindestabstände gelten zu Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (im Sinne von §17 des Pflanzenschutzgesetzes), zu Grundstücken mit Wohnbebauung und privat genutzten Gärten, sowie zu unbeteiligten Dritten, die z. B. benachbarte Wege nutzen. Das BVL hat die Aktualisierung der Mindestabstände durch die Bekanntmachung BVL 16/02/02 vom 27. April 2016 mitgeteilt.


   

Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen.

Die hinzugekommenen Anwendungsbestimmungen lauten sinngemäß:

  • Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete:  

 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e)
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin
005958-60 Stomp Raps Pendimethalin
006180-00 Activus Pendimethalin
006797-00 Trinity Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin
006839-00 ACTIVUS SC Pendimethalin
006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC Pendimethalin
006840-00 ADDITION Diflufenican + Pendimethalin
007363-00 Stallion SYNC Tec Clomazone + Pendimethalin
024834-00 Malibu Flufenacet + Pendimethalin
033838-00 Boxer Prosulfocarb
033838-60 Filon Prosulfocarb
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin


Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung

In einem Streifen von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung gilt seit dem 1.01.2014 ein Ausbring- und Lagerungsverbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bitte dies unbedingt beachten! Die Gewässerkarte ist auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim im Geoportal einsehbar.

https://www.landkreis-heidenheim.de/Landratsamt/Organisationseinheit/BauundUmweltschutz/WasserundBoden/WasserschutzgebieteimLandkreis/index.htm

Rubrik "Natur", Thema "Gewässer"

Bei Fragen zu Gewässern können sie sich an die Untere Wasserbehörde wenden. Ansprechpartnerin ist Fr. Ilg mit der Durchwahlnummer: 07321 / 321 - 1311 oder vertretungsweise Hr. Awiszus mit der Nummer: 07321 / 321 - 1315.

 

Antrag Sachkunde

Ab dem 1.07.2014 kann der Sachkundenachweis über die folgende Internetseite beantragt werden:

http://www.pflanzenschutz-skn.de/

 

Neue Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen jetzt nicht mehr in Abständen von zwei, sondern ab sofort in Abständen von 3 Jahren (6 Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

Die folgenden Pflanzenschutzgeräte müssen erstmals bis Ende 2016 und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren kontrolliert werden:

  1. Nebelgeräte
  2. Schlauchspritzanlagen (z.B. Karrenspritzen, auch für die Anwendung im Gewächshaus)
  3. Streifenspritzgeräte (Unterstock, Band)
  4. Stationäre Flächenspritzgeräte für Zierpflanzen- und Gartenbaubetriebe (Gießwagen)
  5. Spritzzüge
  6. Zweiwegfahrzeuge
  7. Luftfahrzeuge

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte:

  1. Sprühflaschen,
  2. Druckspeicherspritzen,
  3. Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  4. handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  5. motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  6. motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach

jeweils sechs Kalenderhalbjahren geprüft werden müssen:

  1. Stationäre und mobile Beizgeräte,
  2. Granulatstreugeräte,
  3. schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  4. Bodenentseuchungsgeräte.

Allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz

 

 

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind prinzipiell die Auflagen der Gebrauchsanleitung zu beachten.

 

 

Abstandsauflagen zu Fließgewässern

 

Unbedingt auf die Abstandsauflagen an Gewässern achten! Die NW- und NG- Auflagen können je nach Mittel sehr hoch sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanleitung sehr genau durchgelesen werden. Als Beispiel habe ich die NW 701 aufgeführt.

 

NW701

Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

 

Bei der Auflage NW701 ist zu beachten, dass eine Hangneigung von 2 % etwa der seitlichen Neigung einer Straße entspricht. Das heißt, daß diese Auflage, wenn sie in der Gebrauchsanleitung auftaucht, bei fast allen Gewässern zum Tragen kommt.

 

Dokumentationspflicht

 

Die Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen gehört zur guten fachlichen Praxis und ist somit "Cross Compliance relevant". Sie hat schriftlich oder elektronisch zu erfolgen. Dabei sind der Name des Anwenders , die jeweilige Anwendungsfläche , das Anwendungsdatum , das verwendete Pflanzenschutzmittel , die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnungen folgt, aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungen kann die Anwendungsfläche  auch als Bewirtschaftungseinheit angesehen werden. Beispielweise können identisch behandelte Weizenflächen zusammengefasst werden. Weitere Informationen  finden sie auch in dem unten aufgeführten Link.



 https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmitteln/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmittel_DL/Dokumentation%20von%20Pflanzenschutz.xls



 

 
Entsorgungspflicht

 

Pflanzenschutzmittel, die einen Wirkstoff enthalten, der aufgrund eines Rechtsaktes der EG nicht in die EG-weite Positivliste aufgenommen worden ist, müssen nach Ende der Aufbrauchfrist unverzüglich beseitigt werden. Eine gesetzliche Entsorgungspflicht besteht außerdem für Pflanzenschutzmittel, deren Anwendung gemäß der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vollständig verboten ist. Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel finden sie mit untenstehendem Link auf der Homepage des BVL unter Widerrufene und ruhende Zulassungen (E = Entsorgungspflicht) sowie unter abgelaufene Pflanzenschutzmittel (Bes.-pflicht = Beseitigunspflicht).

 

 http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html

 

 

 

 

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