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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Landwirtschaft

Datum: 20.07.2020

Hinweise zu Maiszünslerbekämpfung, Glyphosateinsatz in Winterzwischenfrüchten, rechtliche Informationen zu Pflanzenschutzmitteln, Gewässerrandstreifen, Dinkel, Neuerungen bei Mindestabständen, Neue Anwendungsbestimmungen Pendimethalin und Prosulfocarb, Gewässer, Antrag Sachkunde, Pflanzenschutzgeräte

Maiszünslerbekämpfung

Die insektizide Maiszünslerbekämpfung sollte in Lagen unterhalb 600 m Ende KW 30 stattfinden. Für Lagen oberhalb 600 m Mitte KW31. Als Insektizide stehen Coragen 0,125 l/ha und Steward 0,125 kg/ha zur Verfügung. Die notwendige Wassermenge beträgt mindestens 300 l/ha, um eine ausreichende Benetzung zu erzielen. Die Spritzung sollte nach einem heißen Tag in den Abendstunden erfolgen, wenn der Mais biegsam ist.

Rückstände von Glyphosat in Honig vermeiden

Aufgrund des milden Winters sind verbreitet viele Winterzwischenfrüchte, insbesondere Senf und Phacelia, nicht abgefroren. Bei den vorhergesagten Temperaturen werden die Zwischenfrüchte bald zu blühen beginnen. Es muss deshalb damit gerechnet werden, dass Honigbienen, auch aus großer Entfernung, in die Zwischenfrüchte fliegen, um Pollen und Nektar zu sammeln.

Nach einer Behandlung mit Glyphosat-Mitteln sterben die Pflanzen langsam ab. Deshalb können abgespritzte blühende Bestände noch mehrere Tage von Bienen besucht werden. In den vergangenen Jahren wurde nach Behandlung blühender Bestände mit Glyphosat-Mitteln der Wirkstoff im Honig nachgewiesen. Die Rückstände lagen sogar über der zulässigen Rückstandshöchstmenge, so dass der Honig nicht mehr vermarktet werden konnte.

Um Rückstände von Glyphosat im Honig zu vermeiden, müssen in blühenden Winterzwischenfrüchten Behandlungen mit Glyphosat-Mitteln durch mechanische Maßnahmen ersetzt werden!!

Wenn ein hoher Besatz an Wurzelunkräutern den Einsatz eines Glyphosat-Mittels erforderlich macht, sind die blühenden Zwischenfrüchte zuvor abzuschlegeln.


Neue Anwendungsbestimmungen im Gesundheitsschutz

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln künftig bestimmte Vorschriften zum Gesundheitsschutz von Anwendern, Arbeitern und unbeteiligten Dritten (Anwohner, Umstehende und Verbraucher) als Anwendungsbestimmungen festsetzen. Es geht um Sicherheitsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Exposition des betroffenen Personenkreises zu reduzieren. Bisher hat das BVL entsprechende Kennzeichnungsauflagen erteilt. Die neue Regelung wird ab sofort für neue Zulassungsbescheide angewendet. Eine rückwirkende Anpassung bestehender Zulassungen ist nicht vorgesehen.

Inhaltlich führt die Anpassung nicht zu neuen Anforderungen an Hersteller, Handel und Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Durch die Fassung als Anwendungsbestimmung hat sich allerdings der rechtliche Status geändert. Die Missachtung der Vorschriften stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden.


 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit widerruft die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chlorthalonil zum 31. Oktober 2019.

Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

•AMISTAR Opti (Zulassungsnr. 005748-00)

•ZAKEO OPTI (005748-60)

•InnoProtect AMISTAR Opti (005748-61)

Abverkaufsfrist bis zum 30. April 2020.

Aufbrauchfrist bis zum 20. Mai 2020.

Da der Wirkstoff zur Bekämpfung von Ramularia und zur Ertragsabsicherung in der Wintergerste von Bedeutung ist, wird der letztmalige Einsatz dieses Jahr, soweit die Aufbrauchfrist eingehalten werden kann, empfohlen.

Die Fristen sind unbedingt einzuhalten.

Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt im konkreten Einzelfall mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 2. März 2020 für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Prochloraz die Spritzanwendungen an Gerste widerrufen.

Folgende Mittel sind betroffen:

Ampera, Eleando, Kantik, Mirage 45 EC

Diese Anwendungen sind ab sofort nicht mehr zulässig. Andere Anwendungen der fünf Pflanzenschutzmittel bleiben von der Entscheidung unberührt.

Der Widerruf gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

In der EU werden die Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe regelmäßig überprüft. Dabei hat die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA ein Verbraucherrisiko identifiziert: Die akute Referenzdosis (ARfD) für Prochloraz in Rinderleber kann durch die Verfütterung von Gerste überschritten werden. Deshalb wurde mit der Verordnung (EU) 2020/192 vom 12. Februar 2020 der RHG u. a. für Gerste von 1,0 mg/kg auf die Bestimmungsgrenze in Höhe von 0,03 mg/kg abgesenkt. Die Verordnung gilt ab dem 4. September 2020.

Eine Prüfung durch das BVL ergab, dass durch Spritzanwendungen von Pflanzenschutzmitteln mit Prochloraz an Gerste der neue RHG von 0,03 mg/kg nicht eingehalten werden kann. Um ein Risiko für die Verbraucher zu vermeiden, hat das BVL solche Anwendungen noch vor dem Wirksamwerden der Verordnung widerrufen.

STEWARD darf ab sofort nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen - auch Unkräuter - ausgebracht werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Zulassung des Pflanzenschutzmittels STEWARD (Zulassungsnr. 024629-00) mit dem Wirkstoff Indoxacarb hinsichtlich der Einstufung der Bienengefährdung geändert auf:

NB6611

Das Mittel wird als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Bienenschutzverordnung vom 22. Juli 1992, BGBl. I S. 1410, beachten.

Das bedeutet, dass STEWARD ab sofort nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen - auch Unkräuter - ausgebracht werden darf. Diese Auflage ist bei jeder Anwendung des Mittels zu beachten, auch bei Nutzung von Verpackungen, die diese geänderte Kennzeichnungsauflage nicht ausweisen.

Um Inkonsistenzen zur neuen Bienenkennzeichnung zu vermeiden, wurden zusätzlich bei bestimmten Obst- und Weinbauanwendungen von STEWARD Anpassungen zum Anwendungszeitpunkt vorgenommen.

Auf Basis der vorgelegten Studien ist das Mittel gemäß den Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 546/2011 vom 10. Juni 2011 als bienengefährlich einzustufen. Wiederholte Meldungen von Vergiftungsfällen von Bienen mit Beteiligung des Wirkstoffs Indoxacarb stützen die neue Einstufung.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit widerruft die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Desmedipham zum 1. Januar 2020. Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

•Betasana Trio SC (005714-00)

•InnoProtect Beta Team (005714-60)

•Betanal MAXXPRO (006852-00)

•Belvedere Extra (007166-00)

•Betanal Expert (024991-00)

•Beetup Compact SC (007461-00)

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Für alle genannten Mittel erfolgt der Widerruf auf Antrag der Zulassungsinhaber. Es gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 1. Juli 2020. Diese Frist ergibt sich aus dem Pflanzenschutzgesetz. Die Aufbrauchfrist für alle genannten Pflanzenschutzmittel endet ebenfalls am 1. Juli 2020. Sie ergibt sich aus der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1100.

Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.



Hintergrund

Die Europäische Kommission hat zusammen mit den Mitgliedstaaten entschieden, die Genehmigung für Desmedipham als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1100 wurden Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen und den Aufbrauch festgesetzt.

Mit dem Widerruf dieser Anwendungen kann die Verfütterung bereits behandelter Gerste nicht geregelt werden. Aus Verbraucherschutzgründen sollte sie ab sofort nicht verfüttert werden, da die Möglichkeit einer Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte bei Lebensmitteln tierischer Herkunft nicht ausgeschlossen werden kann. Den Zulassungsinhabern wurde daher empfohlen, die Handelskette entsprechend zu informieren.



BVL erläutert Änderungen bei den Anwendungsbestimmungen für die Pflanzenschutzmittel „Ratron Gift-Linsen“, „Ratron Gift-Linsen Forst“, „Ratron Giftweizen“, „Ratron Schermaus-Sticks“ und „ARVALIN“

In Teilen Deutschlands ist es in diesem Jahr zu einer starken Vermehrung von Feldmäusen gekommen. Solche Massenvermehrungen von Feldmäusen treten in der Regel etwa alle drei bis fünf Jahre auf. Eine milde Witterung im Winter und Frühjahr und der Verzicht auf das Pflügen begünstigen die Vermehrung der Mäuse zusätzlich. Natürliche Feinde der Feldmäuse haben auf die starken Populationsschwankungen der Mäuse nur einen geringen Einfluss.

Zur Bekämpfung von Nagetieren sind in Deutschland im Rahmen des Pflanzenschutzes lediglich Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid zugelassen. Zinkphosphidköder müssen in die Löcher der Nagetiere abgelegt oder in geeigneten Köderstationen verwendet werden.

Mit der erneuten Zulassung der betroffenen Mittel Ende 2018 wurden zusätzliche Einschränkungen der Anwendung erteilt, die eine Anwendung in Schutzgebieten und Vorkommensgebieten bestimmter geschützter Arten untersagen. Damit sind auch viele landwirtschaftlich genutzte Flächen von einer Anwendung ausgenommen. Aktuell sind besonders die frisch keimenden Winteraussaaten gefährdet (v. a. Getreide und Raps), die auch in Schutzgebieten angebaut werden. Laut Informationen der Bundesländer droht ein Verlust von bis zu 80 % der jungen Pflanzen. Des Weiteren beschädigen die Mäuse z. B. artenreiches Grünland auch in Schutzgebieten, so dass ein Rückgang der Biodiversität und der Nahrungsgrundlage seltener Tierarten droht, ebenso wie eine Futtergewinnung in betroffenen Gebieten nicht mehr möglich ist. Auch ein Schutz der Deiche und damit der Küstenschutz können durch die weitreichenden Anwendungsverbote nicht gewährleistet werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat deshalb am 6. November 2019 für fünf zugelassene Rodentizide die bisherigen Anwendungsbestimmungen konkretisiert. Das BVL kommt nach eingehender Prüfung zu dem Schluss, dass mit der Konkretisierung der Anwendungsbestimmungen das geforderte hohe Schutzniveau für die Umwelt hinlänglich gewährleistet ist. Zugleich sind diese Anpassungen notwendig, damit auch in Schutzgebieten weiterhin eine Mäusebekämpfung möglich ist.

Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Feld- und Erdmäusen:

Ratron Gift-Linsen

auch vertrieben als:

Ratron Gift-Linsen ForstRatron Giftweizen Ratron Schermaus-Sticks ARVALIN


Die angepassten Anwendungsbestimmungen sind im Folgenden dargestellt.


Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Kleinsäuger

Die zum Schutz von Kleinsäugern erteilte Anwendungsbestimmung NT820 wird durch folgende Anwendungsbestimmungen konkretisiert:

NT820-1

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten des Feldhamsters zwischen 1. März und 31. Oktober.

NT820-2

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Haselmaus in einem Umkreis von 25 m um Bäume, Gehölze oder Hecken zwischen 1. März und 31. Oktober.

NT820-3

Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Birkenmaus zwischen 1. März und 31. Oktober.

Anwendungsbestimmungen für die Anwendung in Schutzgebieten

NT802-1

Vor einer Anwendung in Natura 2000 Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) ist nachweislich sicherzustellen, dass die Erhaltungsziele oder der Schutzzweck maßgeblicher Bestandteile des Gebietes nicht erheblich beeinträchtigt werden. Der Nachweis ist bei Kontrollen vorzulegen.

In der neu gefassten Anwendungsbestimmung wird der besondere Schutzstatus von FFH- und Vogelschutzgebieten hervorgehoben. Ein gesondertes Verbot der Anwendung in Naturschutzgebieten wird jedoch nicht mehr ausgesprochen. Grund hierfür ist, dass ein solches Anwendungsverbot bereits grundsätzlich für alle Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid gilt (geregelt in der Pflanzenschutzmittelanwendungsverordnung: §4 PflSchAnwV in Verbindung mit Anlage 2).

NT803-1

Keine Anwendung auf nachgewiesenen Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzugs.


Anwendungsbestimmungen bei der Verwendung von Köderstationen

Köderstationen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit so weit wie möglich vermieden wird, dass andere Tiere als die zu bekämpfenden Mäuse an die zinkphosphidhaltigen Köder gelangen. In der Anwendungsbestimmung NT680 sind diese Anforderungen beschrieben. So müssen sie mechanisch stabil, witterungsresistent und manipulationssicher sein. Sie müssen in ihrer Form derart beschaffen sein und aufgestellt werden, dass sie möglichst unzugänglich für andere Tiere sind. So darf z. B. auch die Öffnung der Station nicht größer als 6 cm im Durchmesser sein. Dadurch wird vermieden, dass der streng geschützte Feldhamster Zugang zu den Giftködern erlangt. Aufgrund dieser Vorgaben wird ein hoher Schutz nicht nur des Feldhamsters, sondern auch von z. B. Vögeln gewährleistet, so dass bei Anwendungen der Mittel in Köderstationen die Anwendungsbestimmungen NT802-1, NT820-1 und NT803-1 nicht weiter erforderlich sind.

Weitere Information zum Wirkstoff Zinkphosphid

Der Wirkstoff Zinkphosphid ist ein schnell wirkendes Akutgift, das aktiv von den Zielorganismen gefressen werden muss. Nach der Köderaufnahme erfolgt im Magen die Zersetzung des Zinkphosphids zu Phosphorwasserstoff (Phosphin). Phosphin ist ein farbloses, zytotoxisches Gas, das schwerer als Luft ist. Es ist ein starkes Stoffwechsel- und Nervengift und blockiert wichtige Enzymsysteme des Körpers. Über die zentrale Atemlähmung, Lungenödeme und Kollaps führt es zum Tod. Ein Risiko, dass Beutegreifer durch Fraß vergifteter Mäuse zu Schaden kommen, ist bei diesem Wirkstoff nicht gegeben.

Zinkphosphidhaltige Pflanzenschutzmittel haben in Deutschland seit 1971 eine Zulassung zur Bekämpfung verschiedener Mausarten. Aus zurückliegenden Jahren gibt es vereinzelt Berichte über Wildtiervergiftungen bei Haus- oder Wildtieren, die fast alle nachweislich auf unsachgemäße Ausbringung oder gar Frevel zurückzuführen waren. Bei einigen Fällen konnte kein abschließender Nachweis für Fehlanwendungen oder Frevel erbracht werden, der Verdacht liegt aber nahe. In keinem Fall konnte ein Vergiftungsfall auf eine sachgerechte Anwendung zurückgeführt werden.


 

Die LTZ hat in Zusammenarbeit mit der LUBW ein neues Merkblatt zum Gewässerrandstreifen erstellt.

 

Merkblatt "Gewässerrandstreifen in Baden-Württemberg"

Aus betriebswirtschaftlich, organisatorischen und naturschutzfachlichen Gründen bietet es sich an, dass bezüglich der Anlage und Pflege der Gewässerrandstreifen die örtlichen Behörden inklusive der Landschaftserhaltungsverbände konsultiert werden. So könnten Gewässerrandstreifen unter deren Mitwirkung zu wertvollen Bausteinen von Biotopverbundsystemen entwickelt werden und Pflegemaßnahmen überbetrieblich bzw. von einem Dienstleister übernommen werden.

Der Gewässerrandstreifen kann, solange er noch Ackerstatus besitzt, sinnvollerweise als Ersatzgrünland genutzt werden, wenn an anderer Stelle Dauergrünland in eine Ackernutzung umgewandelt werden soll. Hierzu ist das bekannte Genehmigungsverfahren erforderlich.

 


Dinkel

Die Dinkelanbaufläche beträgt in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 ha und 100.000 ha. Damit fällt Dinkel nicht mehr unter die Kleinerzeugerregelung. Ausnahmegenehmigungen nach § 22.2 sind aus diesem Grund nicht mehr möglich.

Der Widerruf bereits bestehender Ausnahmegenehmigungen ist nicht vorgesehen. Sie gelten nach jetzigem Kenntnisstand noch bis zu ihrem Ablauf. Nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen können nur noch die Mittel eingesetzt werden, die eine Dinkel- oder Weizenzulassung besitzen. Keine Winterweizenzulassung!!! Die Weizenzulassung beeinhaltet alle Triticum-Arten außer Triticale.

 

Neuerungen bei den Mindestabständen zu Anwohnern und Umstehenden bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen ab sofort neue Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten (Anwohner und Umstehende) einhalten. Die Abstände betragen bei Spritz- bzw. Sprühanwendungen zwei Meter in Flächenkulturen und fünf Meter in Raumkulturen. Die genannten Mindestabstände gelten zu Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (im Sinne von §17 des Pflanzenschutzgesetzes), zu Grundstücken mit Wohnbebauung und privat genutzten Gärten, sowie zu unbeteiligten Dritten, die z. B. benachbarte Wege nutzen. Das BVL hat die Aktualisierung der Mindestabstände durch die Bekanntmachung BVL 16/02/02 vom 27. April 2016 mitgeteilt.


   

Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen.

Die hinzugekommenen Anwendungsbestimmungen lauten sinngemäß:

  • Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete:  

 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e)
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin
005958-60 Stomp Raps Pendimethalin
006180-00 Activus Pendimethalin
006797-00 Trinity Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin
006839-00 ACTIVUS SC Pendimethalin
006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC Pendimethalin
006840-00 ADDITION Diflufenican + Pendimethalin
007363-00 Stallion SYNC Tec Clomazone + Pendimethalin
024834-00 Malibu Flufenacet + Pendimethalin
033838-00 Boxer Prosulfocarb
033838-60 Filon Prosulfocarb
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin


Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung

In einem Streifen von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung gilt seit dem 1.01.2014 ein Ausbring- und Lagerungsverbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bitte dies unbedingt beachten! Die Gewässerkarte ist auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim im Geoportal einsehbar.

https://www.landkreis-heidenheim.de/Landratsamt/Organisationseinheit/BauundUmweltschutz/WasserundBoden/WasserschutzgebieteimLandkreis/index.htm

Rubrik "Natur", Thema "Gewässer"

Bei Fragen zu Gewässern können sie sich an die Untere Wasserbehörde wenden. Ansprechpartnerin ist Fr. Ilg mit der Durchwahlnummer: 07321 / 321 - 1311 oder vertretungsweise Hr. Awiszus mit der Nummer: 07321 / 321 - 1315.

 

Antrag Sachkunde

Ab dem 1.07.2014 kann der Sachkundenachweis über die folgende Internetseite beantragt werden:

http://www.pflanzenschutz-skn.de/

 

Neue Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen jetzt nicht mehr in Abständen von zwei, sondern ab sofort in Abständen von 3 Jahren (6 Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

Die folgenden Pflanzenschutzgeräte müssen erstmals bis Ende 2016 und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren kontrolliert werden:

  1. Nebelgeräte
  2. Schlauchspritzanlagen (z.B. Karrenspritzen, auch für die Anwendung im Gewächshaus)
  3. Streifenspritzgeräte (Unterstock, Band)
  4. Stationäre Flächenspritzgeräte für Zierpflanzen- und Gartenbaubetriebe (Gießwagen)
  5. Spritzzüge
  6. Zweiwegfahrzeuge
  7. Luftfahrzeuge

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte:

  1. Sprühflaschen,
  2. Druckspeicherspritzen,
  3. Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  4. handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  5. motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  6. motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach

jeweils sechs Kalenderhalbjahren geprüft werden müssen:

  1. Stationäre und mobile Beizgeräte,
  2. Granulatstreugeräte,
  3. schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  4. Bodenentseuchungsgeräte.

Allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz

 

 

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind prinzipiell die Auflagen der Gebrauchsanleitung zu beachten.

 

 

Abstandsauflagen zu Fließgewässern

 

Unbedingt auf die Abstandsauflagen an Gewässern achten! Die NW- und NG- Auflagen können je nach Mittel sehr hoch sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanleitung sehr genau durchgelesen werden. Als Beispiel habe ich die NW 701 aufgeführt.

 

NW701

Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

 

Bei der Auflage NW701 ist zu beachten, dass eine Hangneigung von 2 % etwa der seitlichen Neigung einer Straße entspricht. Das heißt, daß diese Auflage, wenn sie in der Gebrauchsanleitung auftaucht, bei fast allen Gewässern zum Tragen kommt.

 

Dokumentationspflicht

 

Die Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen gehört zur guten fachlichen Praxis und ist somit "Cross Compliance relevant". Sie hat schriftlich oder elektronisch zu erfolgen. Dabei sind der Name des Anwenders , die jeweilige Anwendungsfläche , das Anwendungsdatum , das verwendete Pflanzenschutzmittel , die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnungen folgt, aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungen kann die Anwendungsfläche  auch als Bewirtschaftungseinheit angesehen werden. Beispielweise können identisch behandelte Weizenflächen zusammengefasst werden. Weitere Informationen  finden sie auch in dem unten aufgeführten Link.



 https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmitteln/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmittel_DL/Dokumentation%20von%20Pflanzenschutz.xls



 

 
Entsorgungspflicht

 

Pflanzenschutzmittel, die einen Wirkstoff enthalten, der aufgrund eines Rechtsaktes der EG nicht in die EG-weite Positivliste aufgenommen worden ist, müssen nach Ende der Aufbrauchfrist unverzüglich beseitigt werden. Eine gesetzliche Entsorgungspflicht besteht außerdem für Pflanzenschutzmittel, deren Anwendung gemäß der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vollständig verboten ist. Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel finden sie mit untenstehendem Link auf der Homepage des BVL unter Widerrufene und ruhende Zulassungen (E = Entsorgungspflicht) sowie unter abgelaufene Pflanzenschutzmittel (Bes.-pflicht = Beseitigunspflicht).

 

 http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html

 

 

 

 

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