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Tipps zum Pflanzenbau –Zwischenfruchtanbau zur Nitratreduzierung sowie zur Futternutzung

Datum: 27.08.2015

Als Folge des trockenen Frühsommers und Sommers und trotz der regenreichen Monate Januar und April war die Ernte von Raps, Getreide undLeguminosen im Landkreis Heidenheim deutlich früher. Teilweise waren die Erträge sogar überdurchschnittlich, insbesondere in den frühen Lagen und bei frühen Kulturen, insgesamt und über alle Kulturen aber eher unter demlangjährigen Mittel. Auch für den Mais sind durch Hitzestress und Wassermangel in diesem Jahr eher unterdurchschnittliche Erträge zu erwarten. Nachdem es inden letzten Tagen wiederholt zu Niederschlägen kam, sollte nun - sofern noch nicht geschehen – die Ansaat von geeigneten Zwischenfrüchten erfolgen. Gerade bei Flächen in Wasserschutzgebieten und insbesondere im Problemgebiet Donauried-Hürbe empfiehlt sich zur Vermeidung hoher Reststickstoffgehalte im Herbst bei der Auswahl der Zwischenfrucht eine Art mit hohem Stickstoffentzug (Weidelgras, Grünroggen, etc. eignet sich bei guter Entwicklung zur Futternutzung).

Bei früh räumenden Kulturen und einer späteren Aussaat von Wintergetreide empfiehlt sich dieses Jahr die Aussaat von Senf oder schnellwachsenden Mischungen. Obwohl für einen guten Auflauf ein optimales Saatbeet Voraussetzung ist, sollte die Bodenbearbeitung in möglichst wenigen Arbeitsschritten erfolgen, um die Mineralisation von Nitrat auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Zu beachten sind für die Düngung der Zwischenfrüchte, insbesondere wenn diese mit Wirtschaftsdüngern oder Gärresten erfolgt, die Vorgaben der Düngeverordnung und der SchALVO.

Sofern Leguminosen als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) beantragt wurden, ist anschließend der Anbau einer Winterzwischenfrucht oder Winterkultur zwingend vorgeschrieben. Eine Futternutzung des (Winterzwischenfrucht-)Aufwuchses (nach ÖFV-Leguminosen) ist möglich. Für diese Winterkulturen oder Winterzwischenfrüchte gelten die Cross-Compliance(CC)-Bestimmungen, das heißt dass in Baden-Württemberg bis zum 15. Januar des Folgejahres keine Einarbeitung erfolgen darf. Anders bei ÖVF-Zwischenfrüchten im Rahmen der Greeningverpflichtung, dort ist eine Futternutzung ausdrücklich ausgeschlossen.


Als weitere Möglichkeit für futterknappe Betriebe können 2015 angemeldete FAKT-Zwischenfrüchte abgemeldet und die Flächen für die Futtererzeugung genutzt werden, vorausgesetzt es ist noch keine Vor-Ort-Kontrolle angekündigt oder derAntragsteller auf Unregelmäßigkeiten hin­gewiesen worden. Für diese Flächenwerden dann keine FAKT-Zahlungen „Begrünung“ gewährt. Da 2015 das Einstiegsjahrbei FAKT ist, besteht noch keine fünfjährige Verpflichtung. Ob in 2016 für die FAKT-Förderung „Begrünung“ ein Neueinstieg in die fünfjährige Verpflichtungmöglich sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Hilfreiche Informationen zu den Bestimmungen im Bereich der FAKT- Förderung „Begrünung“ und den Vorgaben für ÖVF Zwischenfrüchte gibt es in der Broschüre „Informationen zu ackerbauliche Maßnahmen in FAKT und Greening“,die den Unterlagen des Gemeinsamen Antrages beiliegt.
Weitere Informationen gibt es beim Landratsamt Heidenheim, FachbereichLandwirtschaft. Bereich SchALVO: Hansjörg Keudle, Tel. 07321/321-1348. Greening/FAKT: Christel Ballweg-Braun, Tel. 07321/321-1346.

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